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25.01.2018
 
Ringer wollen am Samstag mit dem Zwölf-Punkte-Polster den Titel perfekt machen
 
Von: Michael Buchholz


Burghausen oder Köllerbach? Der große Showdown um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Ringen steigt am Samstag um 19.30 Uhr in der Hermann-Neuberger-Halle im saarländischen Völklingen, nach dem überragenden 18:6-Hinkampfsieg geht der SV Wacker Burghausen mit zwölf Punkten Vorsprung ins Rennen und möchte den ersten Titel für einen bayerischen Verein seit 52 Jahren klar machen. „Zwölf Punkte sind ein sehr gutes Polster, eine Garantie ist der Vorsprung aber noch nicht. Es kann in zehn Kämpfen noch viel passieren“, weiß Burghausens Trainer Alexander Schrader, der mit einigen Überraschungen auf Seiten der Gastgeber rechnet.

Gelingt dem Burghauser Urgestein Matthias Maasch am Samstag die Krönung seiner Vereins-Laufbahn mit dem historischen DM-Titel?

„Es kursieren ja die wildesten Gerüchte. Mit einer Standard-Aufstellung kann Köllerbach den Rückstand sicher nicht aufholen. Aus meiner Sicht muss der Gegner mehr Risiko gehen als wir.“ Die Variante, die den Saarländern im Halbfinale den 17:7-Sieg gegen Adelhausen und damit den Finaleinzug eingetragen hat, reicht gegen Burghausen sicher nicht. Die entscheidende Frage auf beiden Seiten ist, wer in Zeiten der EM-Vorbereitung und einiger internationaler Turniere seine stärksten Ringer aus dem Ausland an den Start bringt. Dem Vernehmen nach sollen insbesondere die Greco-Leute aus Ungarn keine Freigabe bekommen, das träfe Köllerbach wohl deutlich schwerer als Burghausen, da Armin Majoros in der Rückkampfaufstellung keine Rolle spielt und Tamas Lörincz durch Eugen Ponomartschuk ersetzt werden könnte.

Klar ist, dass beide Mannschaften das Ausländer-Kontingent mit je vier Plätzen ausschöpfen werden, aber die große Kunst besteht darin, auf diesen Positionen das Maximale herauszuholen und gleichzeitig in den anderen sechs Gewichtsklassen so zu stellen, dass es am Ende reicht. Schrader rechnet schwer damit, dass Bekhan Mankiev auf 57 Kilogramm abkocht, obwohl der Russe, der im Hinkampf Andi Maier besiegt hat, dieses Gewicht schon seit zwei Jahren nicht mehr gemacht hat. Ein erneutes Aufeinandertreffen mit Maier im Greco-Leichtgewicht gilt als unwahrscheinlich, da die Köllerbacher in diesem Gewicht mit Etienne Kinsinger einen sehr starken deutschen Athleten haben. Alternativen zu Mankiev in der Eingangsklasse, in der auf Burghauser Seite wohl Mariusz Los antreten wird, wären Sergio Schäfer, Dennis Decker oder Freistil-Mann Viktor Lyzen, der sich ja in Burghausen Vladimir Egorov beugen musste. Egorov könnte im Freistil-Bantam auf den Bulgaren Vladimir Dubov oder auf Nico Zarcone treffen, den Beka Lomtadze im Hinkampf ausgepunktet hat.

„Wir rechnen in jedem Gewicht mit zwei bis drei unterschiedlichen Gegner und bereiten uns dementsprechend vor“, sagt Schrader, der zwar ein Grundkonzept ausgearbeitet hat, aber auch manche Dinge erst vor Ort entscheiden wird: „Ist ja klar, dass die Köllerbacher bis zum Schluss pokern werden, entsprechend flexibel müssen wir reagieren können. Echte Prognosen über den Ausgang des Kampfes kann man sicher erst nach der Waage treffen.“

Mit Magomedmurad Gadzhiev und Kakhaber Khubetzhty hat der Burghauser Trainer auf jeden Fall noch zwei Asse im Ärmel, falls Lörincz vom ungarischen Verband keine Freigabe bekommen sollte. Gadzhiev dürfte für die Köllerbacher nach seinem furchteinflößenden 9:0 gegen Mihail Sava ein echtes Schreckgespenst sein und was Khubetzhty abrufen kann, hat er ja eindrucksvoll beim Rückkampf in Mainz bewiesen. Erschwerend kommt bei allen Köllerbacher Überlegungen hinzu, dass ihre beiden Sieggaranten Timo Badusch und Andrij Shyyka gegen Michi Widmayer und Benjamin Sezgin ebenso verloren haben wie Gennadij Cudinovic im Freistil-Halbschwer gegen Erik Thiele. Gehen die Köllerbacher also das Risiko ein und stellen diese drei Athleten wieder in den entsprechenden Klassen, um auf Revanche zu hoffen. Ist jedenfalls nicht auszuschließen, auch wenn die Gastgeber im Freistil-Schwergewicht mit Aleksander Khotsianivski einen schier unbesiegbaren Ukrainer aufbieten könnten. „Die Köllerbacher setzten mit Sicherheit auf den Heimvorteil. Uns hat ja auch die Atmosphäre in der eigenen Halle beflügelt“, so Schrader, der mit Matthias Maasch, Widmayer und Ponomartschuk sowohl im griechisch-römischen Stil, als auch mit Gadzhiev, Khubetzhty und Sezgin im Freistil extrem starke Achsen in den mittleren Gewichten hat. Trotzdem sollen Los, Thiele, Egorov, Ramsin Azizsir und Maier das Rennen in den ersten fünf Kämpfen offen halten. Schrader: „Wir wollen natürlich nicht, dass die Jungs, die zum Schluss dran sind, die ganze Last tragen müssen, wenngleich alle Athleten jetzt schon mehrfach bewiesen haben, dass sie Nerven wie Drahtseile haben. Dann sollte das zum Saisonhöhepunkt auch klappen.“

Der Burghauser Coach hat längst mit allen seinen Kandidaten Gespräche geführt und ihnen seine Erwartungen deutlich gemacht: „Wir sind auf die verschieden Gegner vorbereitet und sollten das Ganze so hinbekommen, dass wir vier bis fünf sichere Siege einfahren. Köllerbach hat bei allen möglichen Aufstellungsvarianten auch Lücken, in die wir reinstechen müssen. Trotz des Vorsprungs können wir uns maximal einen Patzer leisten, mehr nicht, aber ich bin sehr zuversichtlich. Wir sind so weit gekommen, deswegen wollen wir das Ding jetzt unbedingt.“



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