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21.09.2014
 
Wacker-Ringer dominieren Lokalrivalen SC Anger in eigener Halle klar
 
Von: Roman Hölzl


Dass für die Burghauser Mannschaft das Unterfangen, einen Sieg beim Auswärtskampf beim SC Anger einzufahren, kein leichtes werden würde, wurde allen der zahlreich mitgereisten Wacker-Schlachtenbummler spätestens nach Bekanntwerden der Aufstellungen klar. Denn sowohl Matthias Maasch als auch Eugen Ponomartschuk fehlen in der Burghauser Mannschaft gänzlich. Am Ende konnten die Wacker-Fans, die für eine hervorragende Stimmung in der Aufhamer Sporthalle sorgten, unter den Augen von DRB-Vorstand Manfred Werner einen überdeutlichen und in dieser Höhe nicht zu erwartenden 11:22 Auswärtssieg bejubeln.

Tadelloser Saisoneinstand: Csongor Knipli besiegte Felix Baumgartner technisch überlegen.

Auch Gergely Kiss war seinem Gegner in jeder Hinsicht überlegen und steuerte weitere vier Mannschaftspunkte bei.

Trotz seiner Niederlage überzeugte Anton Losowik mit höchstem kämpferischen Einsatz.

Martin Maier durfte sich über seinen ersten Saisonsieg freuen.

Auch Florian Mayerhofer zeigte gegen den übermächtigen Attila Drechsler eine ansprechende Leistung.

Dass das Lokalderby zwischen dem SC Anger und dem SV Wacker Burghausen nichts von seiner Attraktivität verloren hat, wurde am vergangenen Samstag einmal mehr deutlich. In der prall gefüllten Aufhamer Sporthalle fieberten die Fans beider Mannschaften einem spannenden und emotional geladenen Kampfabend entgegen. Für viele Wacker-Fans folgte bereits vor dem erste Kampf ein kleiner Dämpfer, denn Cheftrainer Rene Klimars musste sowohl auf Matthias Maasch, als auch auf Eugen Ponomartschuk verzichten. Während Matthias Maasch angeschlagen von der Weltmeisterschaft in Usbekistan zurückkehrte und sich noch nicht für einen Einsatz im Zweitligakader bereit fühlte, fiel Eugen Ponomartschuk auf Grund der zahlreichen anderen personellen Umstellungen der U23-Regel „zum Opfer“. Doch die Sorgen vieler Wacker-Fans erwiesen sich als unbegründet.vi

Gleich zum Auftakt machte der junge Bulgare Mikiay Naim klar, dass er vier Mannschaftspunkte klar im Visier hat. Nach gut 1:20 min war der Kampf vorzeitig beendet, da Naims jugendlicher Gegner Andreas Bauer nur durch einen Faustschlag die drohende Schulterniederlage abzuwenden wusste. Diese Tätlichkeit wurde vom Mattenleiter konsequent mit der roten Karte und der damit verbundenen Disqualifikation Bauers geahndet. Auch beim zweiten Kampf des Abends, in dem Anton Losowik auf das ungarische Kraftpaket Armin Majoros traf, kam es zu einem vorzeitigen Ende. Während Losowik in der ersten Runde noch gut mithalten konnte, musste er unter schwindenden Kräften den permanenten Angriffen seines Gegners Tribut zollen. Nach fünf Minuten Kampfzeit erhielt Losowik beim Stand von 11:0 die dritte Passivitätsverwarnung, was die Disqualifikation des Wacker-Ringers zur Folge hatte. Trotz Losowiks Niederlage zeigte sich Cheftrainer Rene Klimars hochzufrieden: „Anton zeigte sich in der ersten Runde als ebenbürtiger Gegner und hat einen sauberen Kampf abgeliefert. Am Ende machten sich auch die 10kg Gewichtsunterschied bemerkbar. Vor seiner Leistung kann man nur den Hut ziehen!“.

Im Gefecht der folgenden Gewichtsklasse bis 61kg gr./röm. kam zum ersten Mal in der laufenden Saison der junge Ungar Csongor Knipli zum Einsatz. Mit seinem Gegner Felix Baumgartner hatte Knipli keine Probleme, zeigte unter anderem zwei schulbuchmäßige Soublessen und beendete sein Duell vorzeitig per technischem Überlegenheitssieg. Ebenfalls neu in die Wacker-Mannschaft rückte das ungarische Freistil-Ass Gergely Kiss, der in der Gewichtsklasse bis 96kg zum Einsatz kam. Sein junger Gegner Josef Abler stellte für den international erfahrenen Kiss keinen ernstzunehmenden Gegner dar – noch in der ersten Runde punkte Kiss seinen Gegner mittels schneller Beinangriffe und mehrerer Beinschrauben aus.

Im letzten Kampf vor der Halbzeitpause trafen in der Gewichtsklasse bis 66kg Freistil Angers Neuzugang Markos Theodoridis und Martin Maier aufeinander – es sollte das erste Duell des Abends werden, das über die volle Kampfdauer von 6 Minuten ging. Eigentlich schien die Favoritenrolle klar dem Ringer der Gastgeber zuzufallen, denn während der griechisch-stämmige Markos Theodoridis in der laufenden Saison noch ungeschlagen war, unterlag Martin Maier in dessen beiden Duellen trotz guten Leistungen jeweils seinen Kontrahenten knapp. Beide Ringer gingen konzentriert zu Werke, wobei Theodoridis zu Beginn mehr Offensivdrang zeigte. Trotzdem ging der erste Punkt an Martin Maier, nachdem er  seinen Gegner von der Matte drängen konnte. Dieser konterte allerdings kurz darauf einen weiteren Angriff Maiers und ging seinerseits mit 2:1 in Führung. In der zweiten Runde erwischte Martin Maier den besseren Start und drängte seinen Gegner, bei dem offensichtlich die Kräfte schwanden, zusehend in die Defensive. Nach einem erfolgreichen Beinangriff sowie zwei schönen Durchdrehern gelang es Martin Maier, sich ein komfortables Punktepolster zu erarbeiten. Am Ende konnte Theodoridis zwar noch auf 4:7 verkürzen, an Maiers erstem Saisonsieg änderte dies allerdings nichts mehr. Somit lautete der Halbzeitstand 4:14 zu Gunsten des SV Wacker Burghausen.

Das Auftaktduell der zweiten Halbzeit bestritten der erfahrene Bernhard Mayr auf Seiten der Gastgeber und Wackers Nachwuchstalent Maxi Lukas. Obwohl Maxi Lukas mit vollem Ehrgeiz und Einsatzwillen seinem Gegner die Stirn bot, musste das Burghauser Nachwuchstalent vor allem im Standkampf die körperlich Überlegenheit Mayrs anerkennen. Am Ende gelang es Lukas zumindest, einen technischen Überlegenheitssieg Mayrs zu verhindern – der Kampf der Gewichtsklasse bis 86kg gr./röm. endete mit 9:1 zu Gunsten Bernhard Mayrs. Auch hier zeigte sich Trainer Rene Klimars trotz einer Niederlage seines Schützlings zufrieden: „Maxi hat seinem starken Gegner alles abverlangt und trotz der Niederlage einen großen Kampf gezeigt. Viele Wacker-Fans erwarteten in dieser Gewichtsklasse ein Duell zwischen Bernhard Mayr und Eugen Ponomartschuk. Auf Grund der Regelung, dass mindestens ein U23-Ringer im Kader vertreten sein muss, war somit ein Einsatz von Eugen Ponomartschuk nicht möglich.“

Ein weiteres Highlight des Abends folgte in der Gewichtsklasse bis 66kg gr. /röm., in der mit Christoph Scherr und Andreas Maier zwei ehemalige Teamkameraden aufeinander trafen. Hier entwickelte sich das erwartet enge Duell, in dem Andreas Maier nachdem der Ansatz eines Armzuges vom Mattenleiter mit einem umstrittenen Wertungspunkt belohnt wurde. Vermutlich als reine Konzessionsentscheidung schickte der ansonsten souverän auftretenden Mattenleiter anschließend vollkommen grundlos Andreas Maier in die Bodenlage, was ihm zudem eine Verwarnung einbrachte. Weitaus umstrittener war die zweite Verwarnung für Maier, die der Mattenleiter auf Grund eines vermeintlichen „Frühstarts“ in der  angeordneten Bodenlage erkannt haben wollte, sodass Christoph Scherr ohne eigene Aktion zum 1:1 ausgleichen konnte, was ihm sowohl durch die letzte Wertung, als auch die Verwarnungen seines Gegners den Sieg eingebracht hätte. Wie bereits in der ersten Runde legte Andreas Maier „wie die Feuerwehr“ los und zwang seinen Gegner mehr und mehr in die Defensive, sodass der Mattenleiter nach fast zwei Minuten Kampfzeit an der überfälligen Passivitätsverwarnung für Christoph Scherr nicht mehr vorbeikam. Aus der angeordneten Bodenlage konnte Andreas Maier erfolgreich Kapital schlagen, sich zwei Wertungspunkte und somit den knappen Punktsieg sichern. Zu einem mit Spannung erwarteten Duell kam es in der Gewichtsklasse bis 86kg Freistil, da mit dem Ungarn Sandor Tözser und Wackers bulgarischem Freistil-Ass Miroslav Geshev zwei international erfahrene Ringer aufeinander trafen. Zumindest zu Beginn entwickelte sich der erwartet ausgeglichene und defensiv geprägte Kampfverlauf, was  sich auch darin zeigte, dass beide Ringer mehr oder weniger gleichzeitig vom Mattenleiter eine Passivitätsermahnung erhielten. Nachdem die Ermahnungen auch zu keiner aktivieren Kampfweise der beiden Ringer führten, wurde zuerst Miroslav Geshev mit einer 30-sekündigen Aktivitätszeit belegt. So in Zugzwang gebracht wirkte Geshev wie ausgewechselt, schwenke in den Angriffsmodus um, zwang seinen Gegner mit einer blitzschnellen Beinattacke zu Boden, drehte ihn 3-fach durch und ging innerhalb weniger Sekunden mit 0:8 in Führung. Vom überfallartigen  Angriff Geshev sichtlich beeindruckt, fand der erstligaerfahrene Tözser nicht mehr zurück in den Kampf. Am Ende stellte Geshev frühzeitig mit seinem 0:9-Punktsieg den umjubelten Burghauser Mannschaftserfolg sicher.

Im vorletzten Kampf des Abends trafen im Freistilkampf der 75kg-Gewichtsklasse Ilja Vorobev bei dessen Saisondebut auf Seiten des SC Anger und der bislang ungeschlagene Nikolay Kurtev aufeinander. Auch in diesem Duell wurde schnell deutlich, dass Kurtev seinem Gegner sowohl körperlich, als auch technisch deutlich überlegen war. Mit seiner bekannt sicheren und kontrollierten Ringweise stellte Kurtev nach gut 5 Minuten seinen technischen Überlegenheitssieg sicher. Im anschließenden Duell 75kg-Greco-Duell standen sich der Ungar Attila Drechsler und Wacker-Urgestein Florian Mayerhofer, der kurzfristig für Matthias Maasch einsprang, gegenüber. In der ersten Runde entwickelte sich ein relativ einseitiger Kampf, da Drechsler seine körperliche Dominanz ausspielen konnte und mehrmals aus dem Stand punktete. In der zweiten Runde traute sich Mayerhofer mehr zu und besann sich auf seine Stärken – den Kopfzug. Gleich beim ersten Versuch konnte Mayerhofer seinen Gegner in die gefährliche Lage bringen, ihn dort allerdings nicht kontrollieren, sodass der erhoffte „Lucky-Punch“ ausblieb. Kurz vor Ende der Kampfzeit konnte Drechsler doch noch seinen technischen Überlegenheitssieg mit einem Durchdreher beschließen. Nichts desto trotz eine vor allem aus kämpferischer Hinsicht hervorragende Leistung Mayerhofers.  Endstand damit 11:22 zu Gunsten des SV Wacker Burghausen, der damit in der vorläufigen Tabelle der zweiten Bundesliga Süd den zweiten Platz einnehmen konnte, punktgleich mit den Vertretern des SV Johannis Nürnberg.

 

Fotos vom Lokalderby gegen den SC Anger finden Sie >>>HIER<<<



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