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30.05.2022
 
Idris Ibaev und Witalis Lazovski gewinnen Gold beim Deutschen Meisterschaften
 
Von: Roman Hölzl


Nachdem in den Jahren 2020 und 2021 in Folge der Corona-Pandemie die Deutschen Meisterschaften nicht ausgetragen wurden, kam es nun nach zweijähriger Pause nun wieder zum Kräftemessen der besten deutschen Ringer. Bereits in der Vorwoche bestimmten die Spezialisten im Freistilringen ihre diesjährigen Deutschen Meister, nun waren an diesem Wochenende die Ringer im griechisch-römischen Stil an der Reihe. Auch wenn zwei Jahre verstrichen sind, so hat sich eins nicht geändert - der Erfolgshunger der Burghauser Athleten, die bei den Wettkämpfen in Frankfurt (Oder) mit Idris Ibaev und Witalis Lazovski erneut zwei Deutsche Meister stellen konnten. Abgerundet wurde das gute Ergebnis mit der Silbermedaille von Fabian Schmitt und dem dritten Platz von Roland Schwarz, wodurch der SV Wacker Burghausen am Ende auch die Vereinswertung mit deutlichem Abstand für sich entscheiden konnte.

Witalis Lazovski sicherte sich verlustpunktfrei seinen dritten Titel als Deutscher Meister in Folge.

Auch Idris Ibaev wurde seiner Favoritenrolle gerecht und gewann die Goldmedaille.

Verlustpunktfrei und damit mit absolut weißer Weste ging Witalis Lazovski durchs gesamte Turnier und bestätigte auf eindrucksvolle Weise seine Vorherrschaft als stärkster deutscher Ringer in der Gewichtsklasse bis 67kg. Zu Turniereinstieg punktete Lazovski seinen Kontrahenten Dominik Wölfle (KSV Hofstetten) mit 8:0 nach Punkten vorzeitig aus. Ebenso mühelos gelang ihm im Halbfinale ein weiterer technischer Überlegenheitssieg gegen den bundesligaerfahrenen Niklas Ohff (KFC Leipzig), den Witalis Lazovski ebenfalls mit 8:0 souverän in Schach halten konnte. So wartete im Finale mit Altmeister Wladimir Behrenhardt (TSV Herbrechtingen) der erfahrenste Gegner des Teilnehmerfelds auf den Burghauser Spitzenathleten. Doch auch im Finale gelang es Witalis Lazovski, seinem Gegner im Standkampf zu beherrschen und in der anschließenden Bodenlage dank seiner gefürchteten Durchdreher zu punkten. Mit einem ungefährdeten 9:0 beendete Lazovski den Finalkampf noch innerhalb der ersten Runde vorzeitig und sicherte sich so seinen mittlerweile dritten nationalen Titel in Folge.

Seit seinem Wechsel nach Burghausen gelangen Idris Ibaev auf internationaler Ebene bereits einige große Erfolge, allen voran sorgte er als U23-Weltmeister des vergangenen Jahres für Furore. Nun strebte Ibaev bei den diesjährigen Wettkämpfen seinen ersten Titel als Deutscher Meister an. In der stark besetzten Gewichtsklasse bis 77kg traf Ibaev im Viertelfinale auf Christian Bantle (AB Aichhalden), mit er mehr Mühe als erwartet hatte. Gegen den großgewachsenen Baden-Württemberger hatte Ibaev immer wieder Probleme, seine ansonsten hocheffektiven Ausheber erfolgreich anzubringen. So brachte er sich vor allem in der ersten Runde zweimal selbst in große Schwierigkeiten, als ihm sein Gegner bei zwei eigenen Aushebern jeweils entglitt und so sechs Punkte aufs Konto seines Gegners wanderten. Mit einem vermeidbaren 5:6 Rückstand ging es in die Rundenpause. Doch im weiteren Kampfverlauf gelang es Ibaev sich deutlich zu steigern, den Rückstand auszugleichen und am Ende mit 13:6 die Oberhand zu behalten. Im Halbfinale wartete mit Samuel Bellscheidt (KSK Neuss) nicht nur ein langjähriger Trainingspartner, sondern auch ein guter Freund auf Idris Ibaev, die sich beide aus einer Vielzahl von gemeinsamen Trainingseinheiten in- und auswendig kennen. Zudem zählt Bellscheidt zu den international erfolgreichsten Ringertalenten in Deutschland - vier internationale Medaillen im Nachwuchsbereich sprechen eine eindeutige Sprache über dessen Leistungsfähigkeit. So entwickelte sich der erwartet knappe und ausgeglichene Kampfverlauf, im Laufe dessen sich Idris Ibaev gleich in der ersten Runde einen 5:1 Punktevorsprung erkämpfen konnte. Zwar gelang es Bellscheidt im zweiten Kampfabschnitt den Rückstand auf 5:2 zu verkürzen, in echte Gefahr konnte er den Burghauser Ringer nicht mehr bringen. Im Finale traf Idris Ibaev auf Maximilian Schwabe (KSV Pausa e.V.) und damit auf seinen derzeit wohl größten deutschen Konkurrenten, wenn es um den begehrten Startplatz in der deutschen Nationalmannschaft geht. Doch im Finale machte Idris Ibaev klar, dass er sich sprichwörtlich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen würde. Dank eines bärenstarken und voll konzentrierten Auftritts beförderte Ibaev seinen Gegner beim Stand von 8:1 noch in der ersten Runde auf beide Schultern und konnte sich somit seinen ersten Titel als Deutscher Meister sichern.

Titelverteidiger Fabian Schmitt, der normalerweise in der Gewichtsklasse bis 55kg antritt, rückte bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften in die Klasse bis 60kg auf und traf im Viertelfinale zum Turnierauftakt auf das starke Nachwuchstalent Georgios Scarpello (ASV Schorndorf), gegen den er einen knappen aber ungefährdeten 4:0 Punktsieg einfahren konnte. Kurzen Prozess machte Schmitt im anschließenden Halbfinale mit Daniel Layer (SVG Nieder-Liebersbach), den er nach einigen schönen Techniken vorzeitig mit 9:1 niederringen konnte. So kam es am Sonntag zum Traumfinale zwischen Fabian Schmitt und Burghausens Neuzugang Christopher Kraemer, der bei Einzelmeisterschaften weiterhin seinen Heimatverein TSV Westendorf vertritt. Kraemer lies auf seinem Weg ins Finale sowohl Marvin Scherer (VfK 07 Schifferstadt) als auch Gleb Titov (ASV Hüttigweiler) nicht den Hauch einer Chance. Beide Gegner konnte Kraemer jeweils vorzeitig mit 9:0 auspunkten. Und auch im Finale machte Kraemer da weiter, wo er am Vortag aufhörte: Nach einem Take-Down und einer angeordneten Bodenlage bekam Kraemer seinen Nationalmannschaftskollegen Fabian Schmitt optimal zu fassen und setzte mehrmals zum Durchdreher mit Armeinschluss an, sodass das mit Spannung erwartete Finale bereits nach rund zwei Minuten beendet war und sich Fabian Schmitt in diesem Jahr mit der Silbermedaille zufriedengeben musste. Wacker-Neuzugang Christopher Kraemer hingegen konnte seinen mittlerweile vierten Titelgewinn bei Deutschen Meisterschaften bejubeln.

Die Bronzemedaille bei Deutschen Meisterschaften der Männer scheint hingegen Roland Schwarz für sich gepachtet zu haben, der nach einer schweren Rückenverletzung erstmals wieder am Geschehen auf der Matte teilnehmen konnte. Nach Bronze in den Jahren 2017 und 2018 blieb ihm auch in diesem Jahr der große Wurf verwehrt. Schwarz ging in der Gewichtsklasse bis 82kg an den Start und machte in den ersten beiden Kämpfen mit seinen Gegnern kurzen Prozess. So punktete er in der Qualifikation zuerst Kevin Gremm (ASV Hüttigweiler) und anschließend Alexej Nagorniy (SG Weilimdorf) vorzeitig aus, was ihm den Einzug ins Halbfinale bescherte. Dort traf Roland Schwarz auf Marius Braun (KSV Musberg), den er zuletzt im Bundesliga-Halbfinale gegen die Red Devils Heilbronn knapp besiegen konnte. In einem abermals ausgeglichen Kampfverlauf neutralisierten sich beide Ringer in beiden Runden. So wurde in der ersten Runde Roland Schwarz vom Kampfgericht als passiv angesehen, in der zweiten Runde sein Gegner Marius Braun. Doch endete der Kampf nicht 1:1 und damit mit einem Sieg von Roland Schwarz, denn bereits in der ersten Runde stießen beide Ringer hart mit den Köpfen aneinander, was vom Kampfgericht als Kopfstoß von Roland Schwarz gewertet wurde – eine überaus harte und nicht zwingend notwendige Entscheidung des Kampfgerichts, das so die Entscheidung zu Gunsten von Marius Braun herbeiführte. Im Kampf um die Bronzemedaille fand Roland Schwarz schnell zurück in die Erfolgsspur – mit einem ungefährdeten 9:1 Sieg gegen Michael Janot (SV Johannis Nürnberg) sicherte er sich die verdiente und nunmehr dritte Bronzemedaille bei deutschen Meisterschaften im Seniorenbereich.

Denkbar unglücklich verlief der Turnierverlauf hingegen für Halbschwergewichtler Ramsin Azizsir, der wie gewohnt in der Gewichtsklasse bis 97kg an den Start ging. In der Qualifikationsrunde gelang ihm ein technischer Überlegenheitssieg gegen Marten Scheel (RV Lübtheen), dem er nach zwei Durchdrehern und einem sauberen 5-Punkte-Wurf keine Chance ließ. Und auch im Viertelfinale wusste Ramsin Azizsir zu überzeugen: Dank einer starken Leistung konnte er auch den starken und international erfahrenen Patrick Neumaier (KSV Hofstetten) mit 5:1 in seine Schranken weisen. Doch im Halbfinale folgte gegen das wohl größte Ringertische Talent im Halbschwergewicht - Lucas Lazogianis von der SG Weilimdorf – das jähe Aus. Gegen den späteren Deutschen Meister kassierte Azizsir nicht nur eine 5:2 Punktniederlage, er zog sich zudem noch eine leichte Verletzung zu, sodass er auf vorsichtshalber auf einen Start im kleinen Finale verzichten musste, um die Blessur nicht noch weiter zu verschlimmern.

Auch für Benjamin Haizinger und Mahsun Ersayin stellten die diesjährigen Deutschen Meisterschaften ein echtes Karrierehighlight dar, wurden sie doch in Folge ihrer guten Leistungen zuletzt bei den Bayerischen Meisterschaften auch zur Teilnahme an den nationalen Titelkämpfen eingeladen. Beide Athleten gingen in der Gewichtsklasse bis 72kg an den Start. Für Mahsun Ersayin endete das Erlebnis nach nur einem Auftritt gegen den späteren Fünftplatzierten Marco Stoll (AVG Markneukirchen), gegen den er mit 1:9 nach Punkten trotz kämpferisch ansprechender Leistung unterlag. Auch Benjamin Haizinger hatte die Losfee nicht auf seiner Seite. Gleich im ersten Kampf musste er sich mit dem späteren Titelträger Robin Pelzer (RC Ehrenfeld) messen – einen Gegner, gegen den Benjamin Haizinger keine Chance hatte und am Ende vorzeitig mit 9:0 unterlag. In der Hoffnungsrunde traf Haizinger anschließend auf Robert Schröder (RS Sudenburg), mit dem er sich einen Kampf auf Augenhöhe lieferte. In einem Kampf mit offenem Visier war es am Ende Schröder, der sich mit 11:4 nach Punkten durchsetze und im Gesamtklassement am Ende ebenfalls den fünften Platz einnahm.

„Wir sind natürlich sehr zufrieden mit den erbrachten Leistungen und den erkämpften Medaillen unserer Athleten. Vor allem die Titelgewinne von Idris und Witalis bestätigen uns einmal mehr, dass sich das harte Training unserer Athleten auszahlt. Nun hoffen wir, dass unsere Athleten an die hervorragenden Leistungen bei den anstehenden internationalen Turnieren anknüpfen können.“, so Matthias Maasch, der bei den deutschen Meisterschaften in seiner Funktion als Betreuer der Athleten des Bayerischen Ringerverbands mit von der Partie war.



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