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24.11.2019
 
Einfach unaufhaltsam: Auch Erzgebirge Aue geht in der Sportparkhalle unter
 
Von: Roman Hölzl


SV Wacker Burghausen gegen Erzgebirge Aue – ein Vergleich, der vielen Nostalgikern die gemeinsamen Zeiten in der zweiten Fußball Bundesliga in den Sinn kommen lässt, in denen sich beide Mannschaften auf Augenhöhe spannende Vergleiche lieferten. Doch am vergangenen Wochenende standen sich eben beide Vereine im Rahmen der Ringerbundesliga Südost gegenüber. So spannend die Duelle auf dem Fußballplatz in der Vergangenheit stets waren, so deutlich wurde es am Samstagabend in der Burghauser Sportparkhalle. Zwar boten die Gäste aus Sachsen ihre volle Mannschaft auf – am Ende war gegen den zweifachen Deutschen Mannschaftsmeister aber kein Kraut gewachsen.

Soner Demirtas zeigte bei seinem Heim-Debut mit einer starken Leistung, warum er dreifacher Europameister wurde.

Eine hoch umstrittene Niederlage musste Ahmet Peker hinnehmen, der eigentlich den Kampf bestimmte.

Selbst 36 kg Gewichtsnachteil waren für Zbigniew Baranowski kein Hindernis, einen hohen Punktsieg gegen Nico Schmidt einzufahren.

Zum Ende des Kampfabends demonstrierte Johann Steinforth elegantes Freistilringen vom Feinsten.

In der Einstiegsklasse boten die Gäste mit dem Polen Mariusz Los einen ehemaligen Wacker-Ringer auf, der vor zwei Jahren maßgeblich am ersten Meistertitel beteiligt war. Ihm stellte Burghausens Cheftrainer Eugen Ponomartschuk den Jugendringer Sascha Michel entgegen, der erwartungsgemäß nach kurzer Kampfdauer auf beiden Schultern landete. Wesentlich beeindruckender verlief hingegen das anschließende Freistil-Duell im Schwergewicht, in dem sich Burghausens Vize-Europameister Zbigniew Baranowski und der Auer Allrounder Nico Schmidt gegenüberstanden, dessen Stärken aber vielmehr im griechisch-römischen Stil liegen. Zwar konnte Schmidt auf einen beeindruckenden Gewichtsvorteil von 36kg zurückgreifen, am Ende setzte sich aber doch die Spitzenklasse des Polen in Burghauser Diensten durch. Dank zahlreichen Beinangriffen sammelte Baranowski Wertung um Wertung, am Ende stand ein klares 11:1 für den Wacker-Ringer zu Buche. Richtig dramatisch wurde es dann in der 61kg Freistilklasse, in der sich die beiden ungeschlagenen Ahmet Peker und Aues Said Gazimagomedov gegenüberstanden. So dominierte Peker über die gesamte Kampfdauer und ging folgerichtig mit 4:0 in Führung. Was dann geschah, erzürnte das Burghauser Publikum maßlos: Aues Gazimagomedov gelang ein Beinangriff, den Ahmet Peker mit zwei Überstürzern spektakulär konterte – Kampfrichter Hamdan Iflazoglu bewertet beide Aktionen zu Gunsten des Gästeringers, der somit zum 4:4 ausgleichen konnte und den Kampf für sich entscheiden konnte. Eine Entscheidung des Kampfleiters die zwar das Regelwerk grundsätzlich hergibt, aber auf Grund der aktiven Griffausführung des Burghauser Ringers – vorsichtig formuliert – unüblich ausfiel. Im anschließenden Halbschwergewicht kam es zum Kräftemessen zwischen Ramsin Azizsir und Rolf Linke, das der Burghauser klar mit 11:0 für sich entscheiden konnte – und das trotz einer weiteren Fehlentscheidung des ansonsten souverän leitenden Schiedsrichters, die aber glücklicher Weise nicht ins Gewicht fiel, trotzdem aber die Zuschauer in Rage versetzte. Nachdem sich die Gemüter wieder beruhigt hatten standen sich Andreas Maier und Philipp Herzog im letzten Kampf vor der Pause gegenüber. Maier dominierte in diesem Gefecht von Anfang bis Ende und punktete vor allem aus der Bodenlage heraus. Erst gegen Ende des Kampfs gelangen Philipp Herzog noch zwei Wertungen, die einen technischen Überlegenheitssieg des Burghauser Eigengewächs verhinderten.

Nach der Pause gab es für das Burghauser Publikum noch einen weiteren Neuzugang zu bestaunen. So feierte der dreifache Europameister Soner Demirtas sein Heimdebut, rückte gleich zwei Klassen auf und trat so in der 86kg-Freistilkasse dem rund 10kg schwereren Franco Büttner gegenüber. Doch auch hier war der Gewichtsnachteil nicht relevant – Demirtas überzeugte mit einer eleganten und katzenhaften Ringweise und ließ seinem Gegner wahrlich keine Chance. Nach nicht einmal vier Minuten war der technische Überlegenheitssieg von Demirtas perfekt. Und auch Publikumsliebling Magomedmurad Gadzhiev zeigte sich im Kampf mit seinem polnischen Nationalmannschafts-Kameraden Krzystof Bienkowski in bestechend guter Form. In gewohnter Weise dominierte Gadzhiev das Kampfgeschehen aus der Matten-Mitte und setzte punktuelle aber punktgenaue Nadelstiche, die am Ende zu einem Endstand von 10:0 zu Gunsten des Burghauser Ringers führten. Wesentlich mehr Arbeit hatte hingegen Maxi Lukas, der es in der 86kg-Klasse im gewohnt griechisch-römischen Stil mit Francis Weinhold zu tun bekam. Dank seiner aktiven Standweise und seines gefürchteten Aushebers setzte sich Lukas schnell mit 5:0 Punkten ab. Zwar konnte Weinhold noch auf 5:3 verkürzen, am Sieg von Maxi Lukas änderte dies freilich nichts mehr. Ein Sammelsurium an Grifftechniken gab es anschließend von Matthias Maasch zu sehen, der seinem 17-jährigen Gegner Maximilian Becher eine Lehrstunde verpasste. Nach Demonstrationen von Armzug, Durchschlüpfer, Durchdreher und Ausheber endete diese jäh nach vier Minuten Kampfzeit beim Stand von 16:0. Zu guter Letzt durfte sich dann auch noch Johann Steinforth präsentieren, der im es im freien Stil der 75kg-Klasse mit Jakob Barth zu tun bekam. Kurz vor Ende der ersten Runde sicherte sich Steinforth einen vorzeitigen Technischen Überlegenheitssieg, nachdem er seinem Gegner mit einer Serie an Beinschrauben eine Wertung nach der anderen abnahm.

Am kommenden Wochenende führt der nächste Auswärtskampf die Wacker-Schwerathleten zu den Red Devils nach Heilbronn – dem amtierenden deutschen Vizemeister, der in der Vorrunde mit einer schwach aufgestellten Mannschaft mit unglaublichen 23:0 in der Sportparkhalle unter die Räder kam. Doch eins dürfte klar sein: Bei einem eigenen Heimkampf wird so etwas nicht passieren – hierfür verfügt der Gastgeber aus Heilbronn über einen qualitativ viel zu stark besetzten Kader, den es in keinem Fall zu unterschätzen gilt.

 

Fotos vom Kampf gegen Aue finden Sie >>>HIER<<<



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