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29.03.2022
 
Vladimir Egorov und Iszmail Muszukajev sind Europameister!
 
Von: Roman Hölzl


Welch triumphaler Einstieg in die diesjährigen Europameisterschaften! Mit Vladimir Egorov und Iszmail Muszukajev gelang bei den Freistil-Wettbewerben in Budapest gleich zwei Burghauser Ringern der große Wurf. Vladimir Egorov beherrschte die 57kg-Klasse überraschend deutlich und setzte sich im Finale mit 8:6 nach Punkten gegen den amtierenden U23-Weltmeister Aliabbas Rzazade durch. Iszmail Muszukajev beherrschte die 65kg-Klasse nach Belieben und siegte in jedem Kampf technisch überlegen: Selbst im Finale punktete er den dreifachen Welt- und Europameister Haji Aliyev (AZE) mit 12:1 aus. Knapp an Bronze schrammte hingegen Halbschwergewichtler Erik Thiele vorbei.

Auf Schultern getragen: Vladimir Egorov ist Europameister!

Jubelschrei: Iszmail Muszukajev lässt sich von den ungarischen Fans feiern!

Bereits im Vorfeld war klar, dass bei der diesjährigen Europameisterschaft die Karten gänzlich neu gemischt würden – fehlten doch mit den Russen, Belarussen und Ukrainern gleich drei starke Nationen in Folge des russischen Einmarschs in die Ukraine.

Eine einzigartige Leistung führte den Nord-Mazedonier Vladimir Egorov ins Finale der 57kg-Klasse und am Ende zur vielumjubelten Goldmedaille. So traf Egorov im Viertelfinale auf den deutschen Starter Niklas Stechele. Gegen den Bayern vom TSV Westendorf, der sich im Gesamtklassement mit dem undankbaren fünften Platz zufriedengeben musste,  ging Egorov schnell mit 5:0 in Führung. Zwar konnte Stechele noch auf 5:4 verkürzen, dank guter Defensivarbeit konnte er den Vorsprung erfolgreich über die Zeit bringen.

Im Halbfinale Traf Egorov auf den hochgehandelten Armenier Manvel Khndzrtsyan – seines Zeichens Bronzemedaillengewinner der letztjährigen U23-und Junioren-Weltmeisterschaften. Danke eines schönen Konters führte Egorov zur Halbzeit mit 2:0, im zweiten Kampfabschnitt drehte der kleine Freistil-Spezialist dann so richtig auf: Nach einem Take-Down konterte er erneut einen unsauberen Angriff seines Gegners, zwang ihn zu Boden und siegte nach einer Serie an Durchdrehern vorzeitig.

Im Finale traf Egorov, der in seiner internationalen Karriere bisher „nur“ auf eine Bronzemedaille bei der EM 2019 zurückblicken konnte, auf den amtierenden U23-Weltmeister Aliabbas Rzazade aus Aserbaidschan. Wie schon im Halbfinale ging Egorov beherzt zu Werke und zwang seinen Gegner in der ersten Runde einmal zu Boden und ging folgerichtig mit 2:0 in Führung. Dern zweite Kampfabschnitt entwickelte sich dann zu einem sehenswerten Spektakel: so gelang es Egorov einen ungestümen Angriff seines Gegners abzufangen und konnte erneut zu einer Serie an Durchdrehern mit Armeinschluss ansetzen. Beim Stand von 10:0 pfiff der Kampfrichter ab – zum Glück für Egorov, da sein letzter Durchdreher unsauber ausgeführt war und er sich so selbst in die Gefährliche Lage und den Rand einer Schulterniederlage beförderte. Nach erfolgtem Videobeweis wurde der Punktestand auf 8:0 korrigiert, sodass der Kampf fortgesetzt wurde. Zwar gelangen Rzazade noch drei Zweipunkt-Wertungen, doch am Ende bliebt Egorovs Sieg ungefährdet. Sein Europameister-Titel stellt erst das zweite EM-Gold seit Bestehens Nord-Mazedoniens dar.
Ebenfalls historisch war Ismail Muszukajevs Goldmedaille in der 65kg-Klasse – Ungarns erstes EM-Gold im Freistil-Ringen seit dem Erfolg des damaligen Ausnahmeringers Arpad Ritter im Jahr 2003. Doch Muszukajev überzeugte im Turnierverlauf nicht nur durch eine solide Leistung – er beherrschte seine Gewichtsklasse mit einer unfassbaren Überlegenheit. So punktete Muszukajev im Achtelfinale Islam Dudaev (ALB) mit 10:0 vorzeitig aus und auch der Pole Krzysztof Bienkowski sah gegen den Ungarn kein Land – mit einem 11:0 Punktsieg zeigte Muszukajev einmal mehr seine ganze Klasse.

Im Finale kam es dann zum Duell der nominell stärksten Ringer der 65kg-Klasse. Gegen den aserbaidschanischen dreifachen Welt- und Europameister Haji Aliyev (AZE) bahnte sich ein elektrisierendes Duell an, welches das ungarische Publikum in Ektase verzücken sollte. Anstatt von Beginn an Vollgas zu geben, kontrollierte Muszukajev das Duell ruhig und sicher im Standkampf, um dann blitzartig zuzuschlagen: Zwar kassierte der Ungar in der ersten Runde einen Strafpunkt mangels Aktivität, doch nach einem Takedown erkannte und nutzte er seine Chance, um zu zwei kraftvoll ausgeführten Beinschrauben anzusetzen und so mit 6:1 in Führung zu gehen. In der zweiten Runde gingen dann Aliyev die Pferde durch – nach einem Trikot-Vergehen und einem unsportlichen Foul kassierte der Aserbaidschaner zwei Verwarnungen und der schmerzverkrümmte Muszukajev seinerseits zwei Punkte. Nach kurzer Unterbrechung wurde das Finale dann fortgesetzt und Muszukajev zeigte seinem Gegner auf sportliche Weise seine Überlegenheit: Nach einem schnellen Angriff zur Hüfte konnte er seinen Gegner ausheben und aus dem Stand in die gefährliche Lage befördern. Diese vier Wertungspunkte machten seinen technischen Überlegenheitssieg komplett und Ungarns erste EM-Titel seit 20 Jahren war in trockenen Tüchern. Dies wiederum versetzte die ungarischen Ringerfans in Ekstase, die die Budapester BOK Sporthalle für Minuten in ein wahres Tollhaus verwandelten.

Knapp an Edelmetall schrammte hingegen Erik Thiele vorbei, der sich in der Klasse bis 97kg im kleinen Finale dem Slowaken Batyrbek Tsakulov mit 7:0 geschlagen geben musste. Zuvor konnte Thiele im Viertelfinale die türkische Nachwuchshoffnung Burak Sahin dank einer konzentrierten Leistung mit 4:2 nach Punkten niederringen. Doch im Halbfinale unterlag Thiele dem ungarischen Mitfavoriten und späterem Silbermedaillengewinner Vladislav Baitsaev klar mit 8:1, nachdem er gleich mit der ersten erfolgreichen Aktion seines Gegners per Beinschraube mit 0:6 in Rückstand geriet. Ali-Pasha Umarpashaev hingegen, der in der qualitativ am stärksten besetzten Gewichtsklasse bis 74kg auf die Matte ging, musste bei seinem Viertelfinalkampf eine unglückliche 3:4-Punktniederlage gegen den Aserbaidschaner Turan Bayramov hinnehmen und schied somit frühzeitig aus dem Turniergeschehen aus.

Bildnachweis: © Jörg Richter



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