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28.01.2018
 
Traum perfekt: Wacker-Ringer holen historischen Titel nach Burghausen
 
Von: Michael Buchholz


Die Ringer des SV Wacker Burghausen haben Geschichte geschrieben und die Deutsche Meisterschaft nach 53 Jahren erstmalig wieder nach Bayern geholt. Nach der knappen 12:14-Niederlage am Samstag beim KSV Köllerbach gewann die Mannschaft von Trainer Alexander Schrader in der Summe der beiden Finalkämpfe den historischen Titel mit zehn Punkten Vorsprung. „Das ist einfach unfassbar“, konnte Aushängeschild Matthias Maasch seine Gefühle kaum in Worte packen. Im drittletzten Kampf des Abends hatte der 31-Jährige den Titel mit einem souveränen 8:0-Sieg gegen Marc-Antonio von Tugginer in der Greco-Klasse bis 80 Kilogramm endgültig abgesichert - für Burghausen die erste Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Vereinshistorie.

Matthias Maasch - "Mr. Ringen" höchstpersönlich - machte in Köllerbach mit seinem 8:0 Punktsieg den Titel perfekt

"Murad" Gadzhiev sorgte im letzten Kampf der Saison für einen Sieg gegen Andrij Shyyka und blieb somit in der gesamten Saison verlustpunktfrei.

Alex Schrader lässt die Korken knallen: Der Jubel im Wacker-Team ist grenzenlos

Da ist der Pott: Die gesamte Mannschaft freut sich über den großen Meister-Pokal!

„Mit diesem Erfolg wurde Sportgeschichte für den gesamten südostbayerischen Raum geschrieben“, freute sich Wacker-Vorsitzender Dr. Thomas Frey, der sich wie Bürgermeister Hans Steindl unter die rund 250 mitgereisten Wacker-Fans in der mit etwa 2300 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Hermann-Neuberger-Halle gemischt hatte. Und natürlich war das sportbegeisterte Stadtoberhaupt mächtig stolz: „Wir haben in der Vergangenheit viel erlebt mit unseren erfolgreichen Abteilungen, aber das ist ein absoluter Höhepunkt für den SV Wacker Burghausen.“

Knapp eine Stunde vor Kampfbeginn versuchten sich die Köllerbacher noch mit dem Nena-Hit „Wunder geschehen“ Mut zu machen, doch letztlich brachte der sechsfache Deutsche Meister die Oberbayern zu keinem Zeitpunkt richtig in Gefahr. Wie erwartet, konnten die Köllerbacher ihre Greco-Ringer nicht aus Ungarn loseisen und mussten so eine der vier Ausländerpositionen vakant lassen. „Das hat uns natürlich in die Karten gespielt“, gestand Trainer Alexander Schrader, der am Ende neben aller Freude einfach nur erleichtert war: „Ich bin froh, dass es vorbei ist. Die Saison war lang und anstrengend. Ab den Play-offs ist das Ganze auch richtig auf die Psyche gegangen. Das muss man erst mal wegstecken und verarbeiten können.“ Als am Mittwoch seine Mannschaftaufstellung stand, hat Schrader „einfach auf Durchzug“ geschaltet: „Von jeder Seite hört man was, irgendwann gehen einem die ganzen taktischen Spielchen nur noch auf die Nerven. Letztlich haben wir es taktisch gut gemacht, mit dem Vorsprung von zwölf Punkten im Rücken haben eine solide Aufstellung gewählt, wollten das Risiko begrenzen. Am Ende waren wir aber insgesamt die Mannschaft, die den Titel mehr gewollt hat als andere Mannschaften. Das hat den Ausschlag gegeben.“

Weil bei den Gastgebern der Russe Bekkhan Mankiev nicht abgekocht hatte, ging es für Burghausen gleich richtig schwungvoll los, mit dem 16-jährigen Sergio Schäfer hatte Mariusz Los keine Probleme und fertigte den Nachwuchsmann in 35 Sekunden ab. Als dann aber Erik Thiele im Freistil-Schwergewicht in buchstäblich letzter Sekunde gegen den bulligen Oleksandr Khotsianivskyi vier Punkte abgeben musste und Beka Lomtadze im Freistil-Bantam statt der erhofften drei Mannschaftpunkte gegen Nico-Antonio Zarcone beim 9:3 nur zwei Zähler schaffte, geriet der Wacker-Express kurz ins Stottern. Doch schon nach Kampf Nummer vier war alles wieder auf dem Gleis: Ramsin Azizsir setzte sich im Greco-Halbschwer gegen den Freistil-Experten Gennadij Cudinovic mit 6:0 durch und brachte Wacker so eine 8:4-Führung ein, die bis zur Halbzeit nach einer einkalkulierten Niederlage von Andi Maier gegen Etienne Kinsinger auf 8:7 schmolz.

Benjamin Sezgin ließ im Freistil-Mittel gegen den Ungarn Istvan Vereb nur zwei Punkte zu, dagegen war der aufgerückte Vladimir Egorov in der Freistil-Klasse bis 71 Kilogramm gegen Mihail Sava ohne Chance - Köllerbach führte jetzt 13:8, doch dann kam Maasch, verkürzte auf 13:11 und somit war Burghausen in der Summe beider Finals nicht mehr einzuholen. Michi Widmayer musste im Greco-Welter beim 2:2 gegen Timo Badusch zwar noch einen Punkt lassen, doch den machte Magomedmurad Gadzhiev im abschließenden Freistil-Welter mit einem 3:2 gegen Andrij Shyyka wieder wett, ehe die Burghauser Festspiele in Jubelorgien mündeten.

Burghausen ist ein würdiger Meister - so der einhellige Tenor nach dem finalen Triumph am Samstag im Saarland. „Was Burghausen bis zum Finale alles aus dem Weg geräumt, war schon gewaltig. Ich bin sehr zufrieden, dass der Pott jetzt mal wieder nach Bayern kommt. Der Titel ist absolut verdient“, gratulierte auch DRB-Präsident Manfred Werner dem frisch gebackenen Deutschen Mannschaftsmeister.

Auf Seiten der Sieger strichen Athleten und Verantwortliche immer wieder den Mannschaftsgeist hervor. „Das 13:13 im ersten Achtelfinale in Nürnberg war im Nachhinein Gold wert, da wurde uns so richtig bewusst, wie schnell die Reise zu Ende gehen kann. Das hat uns unheimlich zusammengeschweißt“, fasste Matthias Maasch die letzten Wochen zusammen und ergänzte: „Den Titel haben nicht die  zehn Ringer geholt, die hier auf der Matte waren, sondern die gesamte Mannschaft. Und man darf da auch die ganzen Ringer nicht vergessen, die uns in den vergangenen zehn Jahren mit allen Hochs und Tiefs so weit gebracht haben, dass wir hier als Meister stehen.“

Auch Abteilungsleiter Jürgen Löblein, seit Jahren einer der ganz großen Architekten dieses Erfolges, machte den Teamspirit als größten Erfolgsfaktor aus: „Seit dem Kampf in Nürnberg hat sich die Mannschaft wahnsinnig als Team entwickelt und sich den Titel deswegen absolut verdient. Einfach geil, einfach nur schön.“

Ein würdiger Meister ist Burghausen aber nicht nur in sportlicher Hinsicht: Obwohl sich die Köllerbacher um einen tollen Rahmen bemühten und auch einige Highlights zu bieten hatten, blieb die Stimmung etwas hinter den Erwartungen zurück. „Da war bei den Kämpfen in Burghausen schon mehr geboten“, verkündeten viele Fans stolz. Vor allem die unglaublich dichte Atmosphäre in der Sportparkhalle war wesentlich packender als in der weitläufigen Hermann-Neuberger-Halle, in der die Zuschauer zu weit von der Matte weg waren. Größtes Manko der Halle: Die miese Akustik, die alles Gesprochene in einen unverständlichen Wortbrei verwandelte. Kein Vergleich zur sehr guten Klangqualität in der Sportparkhalle, in der auch die Lichteffekte besser zündeten als in Püttlingen. Wacker Burghausen ist Meister und Wacker Burghausen kann Meister - kein Zweifel!


Stimmen zum Finale


Dr. Thomas Frey (Wacker-Vorsitzender): „Ein überragender Abend. Wenn man die beiden Kämpfe zusammennimmt und die zehn Punkte Unterschied sieht, ist das schon sensationell. Jeder hat bis zum Schluss alles gegeben. Wir sind alle stolz auf die gesamte Abteilung. Das ist die Krönung jahrelanger Arbeit.“

Ludwig Lechner (Ringer-Urgestein): „Ich hätte nie geglaubt, dass ich das noch erleben darf. Dazu musste ich 82 Jahre alt werden. Unglaublich!“

Eugen Ponomartschuk: „Unfassbar! Da haben wir so viele Jahre darauf hingearbeitet und jetzt hat alles gepasst, die ganze Mannschaft, die Abteilung, das ganze Umfeld. Alle haben ihren Teil dazu beigetragen.“

Benjamin Sezgin: „Super, einfach stark. Es hat alles so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben uns so vorbereitet wie sonst auch, wenn man sich nämlich zu stark reinsteigert, geht das schnell schief. So war aber alles richtig und der Titel ist der Lohn.“

Andi Maier: „Wahnsinn. Das ist überragend! Nach dem Hinkampf war das natürlich schon absehbar, aber sicher durften wir uns nicht sein. Wenn ein oder zwei Kämpfe nicht so laufen, kommt man schnell in ein schlechtes Fahrwasser und plötzlich kippt das dann. Aber wir haben das gut durchgerungen und nach der Endrunden-Auslosung mit diesen Gegnern sind wir absolut verdient Meister.“

 

Fotos vom großen Finale in Köllerbach finden Sie >>>HIER<<<

Komplettes Video des Finales via YouTube (bereitgestellt vom DRB)



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