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15.04.2019
 
Roland Schwarz und Fabian Schmitt erringen Medaillen bei Greco-Europameisterschaften
 
Von: Roman Hölzl


Nachdem die Burghauser Freistilringer bei den im rumänischen Bukarest stattfindenden Europameisterschaften mit vierfachem Edelmetall vorlegen konnten, haben am vergangenen Wochenende die Spezialisten im griechisch-römischen Stil nachgezogen. Burghausen schickte mit Fabian Schmitt, Roland Schwarz, Michael Widmayer, Ramsin Azizsir und Mikheil Kajaia gleich fünf Athleten ins Rennen, denen allesamt Medaillenhoffnungen eingeräumt wurden. Am Ende sicherte sich Fabian Schmitt bei seinem zweiten Auftritt bei Europameisterschaften Bronze, Roland Schwarz, der sich im letzten Jahr noch mit dem undankbaren fünften Platz zufrieden geben musste, erkämpfte sich nach bärenstarken Leistungen die Silbermedaille.

Gut Lachen hatten die Burghauser Ringer, die mit zwei Medaillen im Gepäck die Heimreise antreten konnten.

Roland Schwarz startete in der überdurchschnittlich stark besetzten Gewichtsklasse bis 77kg, in der es die Losfee nicht gut mit ihm meinte. Gleich in der Qualifikationsrunde wartete mit dem Aserbaidschaner Elvin Mursaliev ein absoluter Weltklasse-Athlet, der in der Vergangenheit bei nahezu jedem Groß-Event Edelmetall gewinnen konnte und zuletzt 2015 den Titel des Europameisters bejubeln konnte. Doch Roland Schwarz ließ sich von dem großen Namen seines Gegners nicht beeindrucken. Gleich zu Beginn des Kampfes lies Schwarz seinen Gegner mit einem beeindruckenden Armzug fliegen, was ihm einen 5:0 Vorsprung einbrachte, den er bis zum Ende des Kampfes noch auf 6:0 ausbauen konnte. Im Achtelfinale traf Schwarz auf den ehemaligen Welt- und Europameister Arsen Julfalakyan. Gegen den klein gewachsenen Armenier tat sich Schwarz in der ersten Phase des Kampfes schwer, erhielt eine Passivitätsverwarnung und kassierte in der Bodenlage einen Durchdreher, was zu einem schnellen 0:3 Rückstand zu Pause führte. Doch  dann schaltete Schwaz einen Gang höher, kämpfte sich auf 3:3 heran und erhielt seinerseits in der Bodenlage die Chance, weiter zu punkten. Beim Versuch aus der Bodenlange aufzustehen konterte Roland Schwarz seinen Gegner eiskalt aus und ging mit 7:4 in Führung, die auch bis zum Kampfende bestand haben sollte. Im Viertelfinale wartete gleich mit dem Moldauer Daniel Cataraga der nächste Hochkaräter, der in den vergangene beiden Jahren jeweils den Weltmeistertitel der U23 einfahren konnte. Doch auch davon ließ sich Schwarz nicht beeindrucken. Nachdem er seinen Gegner zweimal zu Boden zwingen konnte und anschließend zu einem kraftvollen Wurf ansetze, ging Schwarz schnell mit 6:0 in Front. Da sich beide Ringer in der weiteren Kampfesfolge im Standkampf nahezu neutralisierten, sollte auch diese Führung bis zum Ende Bestand haben. Erneut viel Arbeit wartete auf Roland Schwarz im Halbfinale mit dem Bulgaren Daniel Alexandrov, der zu Kampfbeginn die Initiative übernahm. Folgerichtig musste Schwarz in die Bodenlage, konnte aber den Ausheber seines Gegners kontern und  ging mit 3:1 in Führung.  Auch die zweite Runde verlief nahezu nach demselben Muster – Schwarz musste erneut passivitätsbedingt in die Bodenlage und erneut konterte er seinen Gegner aus, setzte selbst zu zwei Würfen an und siegte technisch überlegen mit 10:2 – der Finaleizug war geschafft. Dort traf Schwarz auf den „ultimativen“ Gegner, den zweifachen Olympischen Champion aus Russland – Roman Vlasov. Dieser sollte seiner Favoritenrolle auch schlussendlich gerecht  werden – nach nicht einmal  einer Minute Kampfzeit konnte der Russe den Kampf durch zwei Vierer-Wertungen vorzeitig für sich entscheiden.

Einen interessanten Auftaktkampf bescherte hatte das Los für Fabian Schmitt bereit. Bereits im Rückkampf zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft traf Schmitt auf den amtierenden Vize U23-Europameister Florin Tita, dem er damals knapp und unglücklich unterlag. Dieses Mal schien es für Schmitt besser zu laufen. Nach der ersten Bodenlage führte Schmitt mit 3:0, doch dann riss der Faden. Nach einem Kopfzug seines rumänischen Gegners ging dieser mit 4:4 in Führung. In der zweiten Runde hatte Schmitt seinem Gegner nichts mehr entgegenzusetzen und kassierte trotz intensiver Gegenwehr Wertung um Wertung, was wenige Sekunden vor Kampfende zu einem technisch überlegenen Sieg des rumänischen Lokalmatadoren führte. Da sich Florin Tita im weiteren Turnierverlauf bis ins Finale vorkämpfen konnte, erhielt Fabian Schmitt in der Hoffnungsrunde nochmals die Chance auf die Bronzemedaille. Dort traf er im kleinen Finale auf den Norweger Anders Roenningen, den er zuletzt im Finale der Thor Masters klar besiegen konnte. Dieses Mal entwickelte sich ein ausgeglichener Kampf, der vom Standkampf geprägt war. So ging Schmitt dank seiner aktiven Ringweise mit 1:0 in Führung, Roenningen glich in der zweiten Runde zum 1:1 aus. Doch Schmitt legte sich nochmals voll ins Zeug und schob seinen Gegner, bei dem zusehend die Kräfte nachließen, konsequent durch den Ring. Am Ende erhielt Roenningen eine weitere Passivitätsverwarnung, was Schmitt die 2:1 Führung und am Ende auch den Sieg und die Bronzemedaille einbrachte.

Weniger Glück hatten die weiteren Burghauser Starter. Während Michael Widmayer im Viertelfinale der Klasse bis 72kg äußerst unglücklich dem Bulgaren Aik Mnatsakanian mit 1:1 durch die zuletzt erzielte Wertung unterlag, ereilte Ramsin Azizsir dasselbe Schicksal bereits im Achtelfinale gegen den Ukrainer Mykola Krysov. Hier konnte Azizsir bei seiner 3:3 Punktniederlage zwar die letzte Wertung erzielen, da sein Gegner allerdings eine 2-Punkt-Wertung gelang und Azizsir nur drei 1-Punkt Wertungen, bedeute dies das vorzeitige Turnierende für den Burghauser Halbschwergewichtler. Ebenfalls in der Klasse bis 97kg startete der Serbe Mikheil Kajaia. Nach einer klaren 1:7 Niederlage gegen den späteren Europameister Musa Evloev (Russland) traf Kajaia in der Hoffnungsrunde auf den Türken Fatih Baskoy. Doch auch in diesem Kampf unterlag Kajaia knapp mit 3:2 nach Punkten, sodass seine Hoffnungen auf Edelmetall verpufften.

Mit vor Ort war auch Matthias Maasch, der als Co-Trainer und Betreuer Bundestrainer Michael Carl unterstütze. „Was Roland Schwarz hier abgeliefert hat, war einfach nur fantastisch. Roland besiegte vier Weltklasse-Ringer in Folge, das war beeindruckend. Die Silbermedaille hat er sich redlich verdient. Und auch Fabian Schmitt hat seine Sache gute gemacht und die Chance auf eine Medaille genutzt. Und auch Michael Widmayer und Ramsin Azizsir haben eigentlich gut gerungen, sind aber beide etwas unglücklich ausgeschieden. In Summe stimmt uns die die Leistung aller Sportler alle sehr positiv – jeder hat den SV Wacker Burghausen und auch die Stadt Burghausen auf internationalem Niveau hervorragend vertreten.“, so Matthias Maasch, der zusammen mit der Nationalmannschaft bis spät in die Nacht die errungenen Medaillen feiern konnte.

 

Zusammenfassung:

 

Gewicht  
Stil  
Name Land Ergebnis  
Medaille
57kg FR Vladimir Egorov
Mazedonien 3. Platz
Bronze
61kg FR
Beka Lomtadze
Georgien 2. Platz
Silber
61kg FR Mikiay Naim
Bulgarien 7. Platz
70kg FR Magomedmurad Gadzhiev   
Polen 3. Platz Bronze
70kg FR Ali Umarpashev
Bulgarien 7. Platz
74kg FR Johann Steinforth
Deutschland 15. Platz
92kg FR Zbigniew Baranowski
Polen 2. Platz Silber
55kg
GR
Fabian Schmitt
Deutschland   
3. Platz Bronze
72kg GR Michael Widmayer
Deutschland 8. Platz
77kg
GR Roland Schwarz
Deutschland 2. Platz Silber
97kg
GR Mikeil Kajaia
Serbien 14. Platz
97kg
GR Ramsin Azizsir
Deutschland 8. Platz

 

 



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