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04.02.2020
 
Burghausens Ringer-Ikone Matthias Maasch sagt Servus
 
Von: Michael Buchholz


Den sprichwörtlichen Nagel hatte er nicht mitgebracht und so standen seine Ringerschuhe einsam und verlassen in der Mattenmitte, als Burghausens Ringer-Ikone Matthias Maasch von seinem Publikum Abschied nahm, Herzchen formte und dabei donnernden Applaus und unermüdliche „Hiase“-Rufe erntete. Eine kleine Ewigkeit hatte der 33-Jährige zuvor gebraucht, um seine Stiefel abzustreifen, gerade so als könne er sich doch nicht so einfach von seinem aktiven Ringerleben verabschieden, letztlich musste ihm sogar Trainer Eugen Ponomartschuk, sein langjähriger Weggefährte, der letzte Saison seine Karriere beendet hat und das Abschiedsgefühl schon kennt, ein wenig aus den Schuhen helfen.

Ehre wem Ehre gebührt: Matthias Maasch wurde mit stehenden Ovationen und minutenlangem Klatschen von den Burghauser Fans verabschiedet.

„Wir verabschieden uns von einem der größten Sportler, die Burghausen jemals hervorgebracht hat“, zollte Abteilungsleiter Jürgen Löblein dem Mister Ringen des SVW höchste Anerkennung und dankte ihm für seinen unermüdlichen Einsatz: „Matthias tut alles fürs Ringen, er ist für alle im Verein ein Vorbild.“ Und natürlich war Maasch auch dank seines unermüdlichen Kampfgeistes und seiner spektakulären Würfe als waschechtes Eigengewächs immer der Publikumsliebling. Dementsprechend feierten ihn die Fans mit standing Ovations, als er auf den Schultern von Erik Thiele und Ramsin Azizsir zur Ehrenrunde rund um die Matte getragen wurde.

27Jahre hat der Sportlehrer für Wacker und für die Nationalmannschaft die Ringerstiefel geschnürt, hat über 200 Bundesligakämpfe bestritten, wurde drei Mal Deutscher Meister im Einzel und jetzt auch zum dritten Mal mit der Mannschaft. „Das ist der perfekte Abschluss, einfach grandios“, so der WM-Fünfte von 2015, der von einer „geilen Mannschaftsleistung“ sprach: „Letzte Woche hatten nicht alle ihren besten Tag, aber heute waren noch mal alle auf den Punkt fit und dann ist es auch für uns top gelaufen.“

Dass er seinen letzten Kampf nicht mehr gewinnen konnte, war schlussendlich von untergeordneter Bedeutung, war seine lange Laufbahn doch von zahlreichen Höhepunkten gepflastert, hatte aber – wie fast jede Sportlerlaufbahn – auch Enttäuschungen parat. Regelrecht gerührt war hingegen sein letzter Gegner Timo Badusch: „Matthias und ich haben nicht häufig gegeneinander gekämpft, wir sind nur dreimal aufeinander getroffen. Aber er ist ein super Freund von mir und ein megageiler Sportler. Von ihm konnte man sogar beim Kampf noch was lernen. Ich bin stolz, dass unser Kampf den Zuschauern gefallen hat. Es ist eine schöne Sache, dass ich der Letzte war, der gegen ihn kämpfen durfte.“ Und: „Es war eine Ehre den letzten Kampf gegen ihn bestreiten zu dürfen. Wenn er als Trainer genauso weitermacht, werden sie in Burghausen noch viel Freude mit ihm haben.“

Wesentlich häufiger haben sich dagegen die Klingen von Maasch und Frank Stäbler gekreuzt, unter anderem ja bei den Finalkämpfen im Vorjahr, in einer Videobotschaft übermittelte der sympathische Heilbronner seinem Freund Abschiedsgrüße und dankte seinem langjährigen Trainingspartner: „Für mich ist Matthias einer der geilsten deutschen Ringer überhaupt. Ihm ist leider der ganz große internationale Titel verwehrt geblieben, aber ohne ihn wäre ich nie drei Mal Weltmeister geworden.“



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