Nächster Kampftag

06. Juni 2020 - 06. Juni 2021

Keine Einträge gefunden

Unsere Partner

Informatives


10.03.2020
 
Interview mit den Burghauser Nationalmannschafts-Ringern
 
Von: Roman Hölzl


Die deutsche Nationalmannschaft der griechisch-römisch Ringer befindet sich aktuell in Ungarn im Trainingslager, um sich auf das ebenfalls in Budapest, Ungarn anstehende Olympia-Qualifikationsturnier vorzubereiten. Mit am Start beinfindet sich in Ungarn die geballte Ringerkompetenz aus Burghausen: Mit Roland Schwarz und Ramsin Azizsir wurden zwei Burghauser Spitzenringer für das Olympia-Qualifikationsturnier nominiert, Neuzugang Idris Ibaev und Witalis Lazovski stehen hingegen als Trainingspartner zur Verfügung. Den Überblick über das Training behält zudem Matthias Maasch, der sich als Betreuer um die Belange der Sportler vor Ort kümmert. Alle Beteiligten stehen uns im Rahmen eines kurzen Interviews Rede und Antwort

Ramsin, nach dem dreifachen Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit der Burghauser Mannschaft wanderte dein Fokus relativ schnell auf deine hoffentlich erfolgreiche Qualifikation für die Olympischen Spiele, die heuer im japanischen Tokyo ausgetragen werden. In wieweit unterscheiden sich die Vorbereitungen auf das weltweit wichtigste sportliche Event vergleichen mit einem Mannschaftskampf oder einem Turnierauftritt, z.B. im Rahmen der Deutschen Meisterschaften?

In den nicht-olympischen Jahren sind Welt- und Europameisterschaften die Saisonhöhepunkte. Die Deutschen Meisterschaft ist hingegen „nur“ ein Zwischenziel, die eine relativ kurze Vorbereitung mit sich bringt. Eine Vorbereitung auf olympische Spiele dauert dafür im Endeffekt sogar vier volle Jahre.

Roland, deine Entwicklung hat in den letzten Jahren ein beeindruckendes Ausmaß angenommen: Spätestens seit deiner Silbermedaille bei den Europameisterschaften 2019 muss man Dich bei den nächsten großen Turnieren auch zu den Favoriten zählen. Die anstehende Olympia-Qualifikation sollte vom Niveau her nahezu mit einer Europameisterschaft zu vergleichen sein. Mit welcher Zielsetzung gehst du ins Turnier und wie hoch schätzt du deine Chancen auf eine erfolgreiche Qualifikation ein?

Mein Ziel ist ganz klar, die Olympia-Qualifikation zu holen. Ich weiß allerdings auch, dass dies sehr schwer wird, weil sich in meiner Gewichtsklasse zahlreiche Weltklasse-Athleten befinden, die sich bisher noch nicht qualifiziert haben, wie beispielsweise Olympiasieger Roman Vlasov und Weltmeister Victor Nemes. Dies zeigt, wie hoch die Dichte an Weltklasse-Athleten bei einer Olympia-Qualifikation ist. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass ich es an einem guten Tag schaffen kann.

Witalis, mit Frank Stäbler hast du aktuell den besten Deutschen Ringer als Konkurrenten in deiner angestammten 67kg-Gewichtsklasse. Wie profitierst du als junger Sportler von der Erfahrung deiner Nationalmannschafts-Kollegen? Matthias Maasch meinte unlängst, dass du ein besserer Ringer als er selbst werden könntest. Liegt dein Fokus auf den Olympischen Spielen, die 2024 in Paris stattfinden werden?

Es ist schön, einen Trainingspartner wie Frank zu haben. Von ihm kann ich nur profitieren. Ich wäre schon froh, wenn ich nur einen Teil seiner Erfolge erreichen könnte. Von Olympia 2024 kann ich nur träumen – aber es ist möglich.

Idris, die letzten Wochen und Monate waren durchaus besonders für dich. Nach einer tollen Saison beim ASV Schorndorf folgte dein Wechsel zum SV Wacker Burghausen. Mit einer beeindruckenden Leistung holtest du zudem die Goldmedaille bei den stark besetzten Thor Masters. Wie sehen deine weiteren persönlichen Ziele aus?

Mein langfristiges Ziel ist es, dass ich einmal Weltmeister werde und den WM-Gürtel nach Burghausen hole. Kurzfristig will ich mich in diesem Jahr über eine gute deutsche Meisterschaft für die U23 Europa- und Weltmeisterschaften qualifizieren.

Zu guter Letzt: Matthias, dein Wechsel vom Leben als aktiver Ringer zum Funktionär, Trainer und Betreuer ging nahezu fließend ineinander über. In den letzten Wochen rückte dafür der Sport nahezu in den Hintergrund, nachdem das Coronavirus die Schlagzeilen beherrschte. Zuletzt wurde in Folge dessen auch die asiatische Olympia-Qualifikation abgesagt. Wie geht ihr im Rahmen der Nationalmannschaft mit diesem kritischen Thema um, zumal Ringen ohne intensiven Körperkontakt einfach nicht möglich ist?

Hier in Ungarn sind über 100 Sportler aus 15 verschiedenen Ländern. Der Großteil der Nationen hat einen eigenen Arzt dabei, der täglich etwaige Auffälligkeiten prüft. Eigentlich hätten auch noch die Italiener mittrainieren sollen, diese wurden allerdings auf Grund der Vorfälle in ihrem Land wieder kurzfristig ausgeladen.



Links:


Verwandte News:


Dateien:



<- zurück zur News-Übersicht