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20.03.2021
 
Burghauser Freistil-Ringer im Pech: kein Ticket für Olympia bei Turnier in Budapest
 
Von: Roman Hölzl


Es ist zum Haare raufen – so gut das Olympia-Qualifikationsturnier für die Burghauser Ringer begann, so enttäuschend endete es. Am Ende lag es an Erik Thiele und Ali Umarpashaev, die sich beide souverän bis ins Halbfinale vorkämpften. In den entscheidenden Kämpfen zogen beide Ringer des Burghauser Bundesligakaders den Kürzeren, sodass die erhofften Tickets für die olympischen Spiele nicht gesichert werden konnten. Um die letzte Chance auf eine erfolgreiche Olympia-Qualifikation wahrnehmen zu können, liegt nun der Fokus auf dem Anfang Mai stattfindenden Qualifikationsturnier, das in bulgarischen Hauptstadt Sofia abgehalten wird.

Erik Thiele schrammte trotz seiner Bronzemedaille in Budapest kapp an der Olympia-Qualifikation vorbei

Den Auftakt machte Vladimir Egorov in der Gewichtsklasse bis 57kg Freistil – leider war sein erster Turnierkampf zeitgleich sein letzter. Denn die Losfee meinte es nicht gut mit dem kleinen Russen mit mazedonischem Pass – gleich im ersten Kampf traf Egorov auf den bärenstarken Georgier Beka Bujiashvili, gegen den Egorov kein Land sah. Am Ende kam Egorov nicht über die Zeit und musste einen technisch überlegenen Sieg seines Gegners hinnehmen.

Besser machte es hingegen der Bulgare Ali Umarpashaev. Im Erstrundenkampf demontierte er seinen spanischen Kontrahenten Jonatan Alvarez Diaz nach allen Regeln der Ring-Kunst und auch im Achtelfinale ging Umarpashaev als Sieger hervor. Zwar stellte sein slowakischer Gegner Tajmuraz Salkazanov einen unangenehmen Gegner da, am Ende gelang Umarpashaev ein spektakulärer Schultersieg und der damit verbundene Viertelfinal-Einzug. Dort wartete mit dem Weißrussen Mahamedkhabib Kadzimahamedau ein ganz anders Kaliber – nämlich der amtierende Europameister! Doch auch davon ließ sich Umarpashaev nicht einschüchtern und ging bereits nach wenigen Sekunden der ersten Runde dank eines Bilderbuch-Armdrehschwungs mit 4:0 in Front. Diesen Vorsprung konnte der Bulgare bis zum Kampfende erfolgreich verteidigen – zwar kam sein Gegner noch auf 4:4 heran, doch dank der höheren Wertung wurde Umarpashaev der Sieg zugesprochen. Doch dann nahm das Drama seinen Lauf: Im entscheidenden Halbfinalkampf kam es zum Aufeinandertreffen mit dem georgischen U23-Weltmeister des Jahres 2018 Avtandil Kentchadze. Und auch in diesem Gefecht legte Umarpashaev los wie die Feuerwehr und zog innerhalb weniger Sekunden mit 6:0 davon. Doch ein kleiner Fehler reichte aus, um die Träume von Olympia vorerst platzen zu lassen: Beim Versuch einen Beinfeger anzusetzen wurde Umarpashaev eiskalt ausgekontert. Er geriet in die sogenannte Zange, aus der es kein Entkommen mehr gab und die seine Schulterniederlage besiegelte. Und auch im kleinen Finale war Umarpashaev im Duell gegen den Griechen Georgios Kougioumtsidis nicht vom Glück verfolgt: so wurde sein ursprünglicher 6:6 Punktsieg erst nach dem Schlusspfiff per Videoentscheid in eine 6:8 Niederlage umgewandelt – eine sehr umstrittene Entscheidung.

Nicht weniger frustrierenden endete für den deutschen Hoffnungsträger Erik Thiele das Turnier, dem man aber trotzdem eine hervorragende Leistung attestieren kann. Im ersten Kampf des Turniers machte Thiele mit dem Griechen Tomfei Xenidis kurzen Prozess und siegte vorzeitig mit 11:0. Im Viertelfinale traf er anschließend auf den international sehr erfahrenen polnischen Meister Radoslaw Baran. In einem Kampf, in dem sich die beiden defensivstarken Ringer nahezu egalisierten, war es Ende Thiele, der die Kampfrichter dank seiner aktiveren Ringweise zu überzeugen wusste und dank zwei ungenutzten Aktivitätszeiten seines Gegners mit 2:1 die Oberhand behielt. Und auch im Halbfinale kam es zu einem sehr taktisch geprägten Kampf, den am Ende sein türkischer Gegner Suleyman Karadeniz – seines Zeichens amtierender Europameister - denkbar knapp mit 2:1 für sich entschied. Nach einem einfachen Take-Down in der ersten Runde konnte Thiele zwar noch den Rückstand verkürzen, der Sieg war im leider am Ende trotz aller Bemühungen nicht vergönnt. Zumindest konnte sich Thiele im Kampf um Bronze mit einer starken Leistung gegen den rumänischen Vize-Europameister Albert Saritov rehabilitieren. Dank einer konzentrieren Leistung sicherte sich Thiele einen 4:3 Punktsieg und somit den dritten Platz im Gesamtklassement. Trotz der verpassten Qualifikation kann man Thiele eine hervorragende Leistung attestieren, der sich in einem absoluten Weltklasse-Teilnehmerfeld hervorragend zu verkaufen wusste.

Zumindest gab es aus deutscher Sicht ein unerwartetes Highlight: Der eigentlichen Halbschwergewichtler Gennadij Cudinovic sicherte sich nach einem fulminanten Halbfinalkampf gegen den sichtlich indisponierten Aserbaidschaner Jamaladdin Magomedov den Finaleinzug und das damit verbundene Ticket für die Olympischen Spiele.



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