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22.03.2021
 
Kein gutes Ende: Olympia-Qualifikationsturnier endet für Greco-Spezialisten enttäuschend
 
Von: Roman Hölzl


Nachdem schon zu Beginn des Turnier-Wochenendes die Burghauser Freistil-Ringer vergebens um die angestrebte Olympia-Qualifikation kämpften, kam es nun zum Show-Down der Spezialisten im griechisch-römischen Stil. In der Gewichtsklasse bis 97kg hatte der SV Wacker Burghausen mit Ramsin Azizsir und dem Italiener Nikolosz Kakhelashvili gleich zwei heiße Eisen im Feuer. Doch für beide Halbschwergewichtler endete das Turnier frustrierend: Während für die Deutsche Olympiahoffnung Ramsin Azizsir bereits der Traum vom Olympia-Ticket im Erstrundenkampf platze, musste Nikolosz Kakhelashvili seine Ambitionen nach einem harten und umstrittenen Kampf im Halbfinale vorerst begraben.

Erstrunden-Aus und Rücken-Verletzung - Ramsin Azizsir hatte in Ungarn wahrlich keinen Grund zum Jubeln

Gleich zur Turniereröffnung wartete mit dem Finnen Arvi Martin Savolainen einer der Shooting-Stars des Halbschwergewichts auf Ramsin Azizsir. Savolainen kann mit seinen erst 23 Jahren bereits auf Welt- und Europameister-Titel der U23-Altersgruppe und der Junioren zurückblicken. Dass dieser nordische Hüne eine große Hürde für Azizsir darstellen würde, war allen von Anfang an klar. Bereits in der ersten Runde musste der Burghauser Ringer in Folge einer passiven Ringweise in die Bodenlage, in der seinem finnischen Gegner ein Durchdreher gelang. In der zweiten Runde machte dann Savolainen seinen vorzeitigen technischen Überlegenheitssieg klar: Dank einer unerwarteten Standbeinbelastung brachte er Ramsin Azizsir im Standkampf aus dem Gleichgewicht und kassierte dafür eine Vierpunkt-Wertung. Da der Finne bis ins Finale vorrückte, gelangte Azizsir noch in die Hoffnungsrunde, in der er auf den Schweden Peter Lund traf. Trotz einer Rückenverletzung, die er sich im ersten Kampf zugezogen hatte, ging Azizsir sichtlich motiviert von Anfang an in die Offensive über. Aus der daraus resultierenden Bodenlage konnte er allerdings kein Kapital schlagen. Noch schlimmer: beim Versuch einen Durchdreher anzusetzen wurde Azizsir eiskalt ausgekontert, sodass sein Gegner auf 1:1 ausgleichen konnte. In der zweiten Runde agierte hingegen der Schwede aktiver, sodass Azizsir seinerseits einen Strafpunkt kassierte und in die Bodenlage musste. Zwar gelang auch dem Schweden keinerlei technische Wertung, allerdings konnte Lund seinen 2:1-Vorsprung über die Zeit bringen.

Besser verlief der Turnierauftakt für Nikolosz Kakhelashvili, der im Achtelfinale dank seiner kraftvollen Durchdreher einen technischen Überlegenheitssieg gegen den Ukrainer Oleksandr Shyshman erringen konnte. Wesentlich knapper, aber dennoch souverän gelang Kakhelashvili auch im Viertelfinale gegen den Weißrussen Aleksander Hrabovik ein 2:0 Punktsieg. Beide Wertungen resultierten aus den Strafpunkten, die das Kampfgericht gegen seinen Gegner in Folge seines inaktiven Standkampfs aussprach. Dann kam es wie es kommen musste – mit dem Finnen Arvi Martin Savolainen wartete im entscheidenden Halbfinale der Bezwinger von Ramsin Azizsir auf Kakhelashvili. Es entwickelte sich vor allem von Seiten des Finnen ein über weiter Strecken überhart geführter Kampf. In der ersten Runde konnte Kakhelashvili den Standkampf für sich entscheiden und mit 1:0 in Front gehen. Da sich sein Gegner zu mehreren Kopfstößen und harten Schlägen in den Nacken des Italieners hinreißen ließ, folgte die erste Verwarnung für den Finnen, verbunden mit zwei weiteren Wertungspunkten für Kakhelashvili. So ging es mit einer 3:0 Punktführung in die Rundenpause. Was sich dann zu Beginn der zweiten Runde ereignete, hatte phasenweise nicht mehr viel mit Ringsport zu tun. Bereits nach wenigen Sekunden war klar, dass dem Kampfgericht der immer brutaler werdende Kampf zusehend entglitt. Einmal mehr war es Savolainen, der sich mit Kopfstößen, Unterarm- und Schulterstößen negativ hervortag. Zwar wurde Kakhelashvili vom Kampfgericht in die Bodenlage geschickt, wodurch sein Gegner auf 3:1 heranrückte, allerdings erhöhte sich sein Vorsprung schnell wieder auf 5:1, nachdem Savolainen die überfällige zweite Verwarnung kassierte. Warum das Kampfgericht wenig später den Finnen in Folge weiterer Stöße und Schläge nicht disqualifizierte, blieb deren Geheimnis. Anstatt dessen erhielt der Finne aus nicht nachvollziehbaren Gründen nochmals die Chance in der Oberlage, die er auch prompt zu nutzen wusste. Per impulsiven Ausheber gelang dem Finnen die zum Ausgleich notwendige Vierer-Wertung, die er auch bis zum Kampfende verteidigen konnte und sich so das Ticket nach Tokyo sichte. Für den sichtlich frustrierten und aus dem Mund blutenden Kakhelashvili war der Traum von der erfolgreichen Olympia-Qualifikation geplatzt, sodass er auch im Kampf um die belanglose Bronzemedaille nicht mehr antrat.

Wie schon bei den Freistil-Ringern gab es aus deutscher Sicht eine echte Überraschung: In der Klasse bis 60kg gelang dem Köllerbacher Etienne Kinsinger die erfolgreiche Olympia-Qualifikation. Gegen den hoch gehandelten Aserbaidschaner Murad Mammadov – seines Zeichens Europameister von 2017 und Weltmeister von 2015 – gelang Kinsinger erst wenige Sekunden vor Schluss dank eines spektakulär eingesprungenen Wurfs aus dem Stand die entscheidende Wertung zum Sieg.



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