Nächster Kampftag

24. Juli 2024 - 24. Juli 2025

Keine Einträge gefunden

Unsere Partner

Informatives


09.07.2024
 
Grand Prix von Spanien: Zelimkhan Khadjiev holt Bronze, Magomed Kartojev wird Fünfter
 
Von: Roman Hölzl


Am vergangenen Wochenende fand in der spanischen Hauptstadt Madrid der Grand Prix von Spanien statt. Mit am Start: Burghausens Magomed Kartojev, der in der Klasse bis 65kg sein Debüt auf internationalen Matten feiern durfte. Wesentlich mehr Erfahrung brachte hier der Ex-Weltmeister Zelimkhan Khadjiev mit in die spanische Weltmetropole, der die französischen Farben vertrat. Kurzfristig musste hingegen Erik Thiele seinen Start absagen, der sich aktuell mitten in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele befindet.

Magomed Kartojev verpasste die Medaillenränge nach mehreren gravierenden Fehlentscheidungen des Kampfgerichts knapp.

Zelimkhan Khadjiev ging in Spanien in seiner gewohnten Gewichtsklasse bis 79kg Freistil auf die Matte. Dank eines Freiloses in der Qualifikationsrunde startete der Franzose seinen Turnierauftritt bereits im Viertelfinale, in dem er dem Kasachen Nariman Kengali gegenüberstand. In gewohnt ruhiger und souveräner Manier sammelte Khadjiev mit schnellen Beinangriffen Wertung um Wertung, sodass schnell eine 10:0 Führung und damit sein technisch überlegener Punktsieg feststand. Wesentlich hektischer verlief die anschließende Halbfinalbegegnung gegen den US-Amerikaner Kennedy Monday. Gegen den hochgewachsenen Amerikaner hatte Khadjiev von Anfang an Probleme und geriet schnell mit 1:4 in Rückstand. Wenngleich er im weiteren Kampfverlauf noch auf 3:4 verkürzen konnte, schaltete Monday nochmals einen Gang höher. Durch seine wesentlich längeren Arme gelang es ihm immer wieder, Khadjiev aus dem Gleichgewicht und damit in Bedrängnis zu bringen. Kurz vor Rundenende gelang Monday ein sehenswerter Wurf, der ihn mit 3:9 in Führung brachte. Zwar konnte Khadjiev noch vor dem Pausengong auf 6:9 verkürzen, doch musste er im zweiten Kampfschnitt immer mehr Risiko gehen, was schlussendlich dem Amerikaner in die Karten spielte: nach mehreren schönen Kontern musste sich Khadjiev am Ende deutlich mit 6:19 geschlagen geben. Im Kampf um Bronze traf Khadjiev auf einen der beiden deutschen Vertreter in dieser Gewichtsklasse, Richard Schröder. Von Anfang an machte der Franzose klar, dass er sich in diesem Gefecht nur mit einem Sieg zufriedengeben würde: Vor allem im ersten Kampfabschnitt  erwehrte sich Schröder den Angriffen Khadjievs mit Bravour, sodass es nur mit einer knappen 2:0 Punktführung des Franzosen in die Pause ging. Doch in der zweiten Runde machte Khadjiev dann alles klar: nach sehenswerten Beinangriffen und Durchdrehern in der Bodenlage zog er auf 9:0 davon und sicherte sich so nicht nur einen souveränen Punktsieg, sondern auf die Bronzemedaille.

Wesentlich weniger Glück hatte hingegen Magomed Kartojev, der in der Freistilklasse bis 65kg sein erstes Turnier außerhalb von Deutschland bestritt. Gleich zum Turnierauftakt traf Kartojev auf den Kanadier Peiman Biabani, der sich später zum Turniersieger krönen sollte. Wenngleich Kartojev mehrmals in aussichtsreiche Angriffspositionen kam, gelang es dem Kanadier immer, sich aus diesen gefährlichen Situationen zu befreien und selbst erfolgreich zu Kontern anzusetzen. Am Ende konnte Kartojev trotz aller Bemühungen seine 0:7 Niederlage nicht abwenden. Da seinem Gegner der Finaleinzug gelang, erhielt die Burghauser Nachwuchshoffnung in der Hoffnungsrunde noch einmal die Chance auf die Bronzemedaille. Im Kampf um Platz drei stand Kartojev de, Franzosen Marwane Yezza gegenüber, der zuletzt im Jahr 2022 bei den U23-Europameisterschaften mit einem fünften Platz knapp am Podium vorbeischrammte. Doch gleich zu Beginn musste man als Zuschauer Angst um Kartojevs rechtes Knie haben: nach einem erfolgreichen Angriff ging Kartojev mit 2:0 in Führung, allerdings bekam ihn sein Gegner am Bein zu fassen und verdrehte es dabei unnötig brutal. Bei dieser Aktion glich der Franzose zum 2:2 aus. Nachdem die Deutschen Bundestrainer den Videobeweis forderten, wurde die Aktion nochmals untersucht, doch die Kampfrichter blieben bei Ihrer Meinung, was Kartojev einen Strafpunkt kostete. Nach einem weiteren Konter ging es damit beim stand von 2:5 in die Halbzeitpause, bevor Kartojev in den Offensiv-Modus wechselte. Durch seinen deutlich verbesserten Offensivbemühungen eröffneten sich dem Burghauser immer wieder Möglichkeiten, zu punkten. Doch zweimal verhinderte der vollkommen überforderte Kampfrichter Wertungen zu Gunsten Kartojevs, da er mitten in den Aktionen des Burghausers grundlos den Kampf unterbrach. Selbst die Mattenpräsidentin, die Hoheit über die finalen Entscheidungen auf der Matte innehatte, konnte ob der desaströsen Leistungen ihres Schiedsrichter-Kollegen nur noch kopfschüttelnd die Hände vors Gesicht schlagen. Wenngleich Yezza noch mit zwei Verwarnungen auf Grund seiner passiven Ringweise bestraft wurde, konnte Kartojev am Ende nur noch zum 5:5 ausgleichen. Auf Grund der höheren Anzahl an Zweier-Wertungen ging am Ende der unrühmliche Sieg und die Bronzemedaille an den Franzosen, sodass sich Kartojev mit dem undankbaren fünften Platz zufriedengeben musste.

Die deutsche Nationalmannschaft präsentierte sich im Allgemeinen mit einer überaus starken und geschlossenen Team-Leistung. Sowohl im griechisch-römischen als auch im freien Stil belegten die deutschen Ringer den ersten Platz in der Mannschaftswertung.

Erik Thiele entschloss sich nach einer intensive Trainingsphase dazu, auf den Start beim Grand Prix von Spanien zu verzichten. Vor allem machten Thiele in Folge der harten Trainingseinheiten mit unterschiedlichen Trainingspartnern und dem Freistil-Bundestrainer Jürgen Scheibe verhärtete Hüftbeuger zu schaffen, was sich auch in anhaltenden Schmerzen im unteren Rücken ausdrückte. Folglich wurde nun der Fokus in der nächsten Woche auf Regeneration gelegt, um beim nächsten anstehenden Lehrgang wieder voll belastbar sein zu können.



Links:


Verwandte News:


Dateien:



<- zurück zur News-Übersicht