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19.02.2024
 
Freistil-Ringer überzeugen auf Europameisterschaften: Arsen Harutyunyan gewinnt vierten EM-Titel
 
Von: Roman Hölzl


Mit einer Gold- und zwei Bronzemedaillen kehrten die Freistil-Ringer aus dem Burghauser Bundesligakader von den diesjährigen Europameisterschaften in Bukarest zurück. Allen voran überzeugte der Armenier Arsen Harutyunyan, der sich seinen vierten Titel bei Europameisterschaften sichern konnte. Auch Iszmail Muszukajev und SVW Neuzugang Ale Khubulov wussten bei dem stark besetzten Turnier restlos zu überzeugen: Beide Sportler sicherten sich mit souveränen Auftritten die Bronzemedaille.

Arsen Harutyunyan gewann in Bukarest seinen vierten Titel bei Europameisterschaften

Wenn Dominanz und Überlegenheit einen Namen hätten, würde dieser in direkter Verbindung dem Armenier Arsen Harutyunyan stehen, der in Bukarest seine Vorherrschaft auf europäischem Parkett mehr als eindrucksvoll untermauerte. Mit drei vorzeitigen 10:0 Siegen deklassierte Harutyunyan das gesamte Teilnehmerfeld in der 57kg-Klasse. So brauchte er im Viertelfinale für seinen technischen Überlegenheitssieg gegen den Ukrainer Kamil Kerymov keine zwei Minuten an Kampfzeit, den Halbfinalkampf gegen den Aserbaidschaner Islam Bazarganov beendete Harutyunyan in nicht einmal eineinhalb Minuten. Und im Finale legte Harutyunyan dann noch eine Schippe drauf: Gegen den türkischen Vize-Juniorenweltmeister Muhammet Karavus brannte der armenische Ausnahmeathlet ein wahres Griff-Feuerwerk ab, dem sein Gegner von der ersten Sekunde an nicht gewachsen war. In nur 50 Sekunden machte Harutyunyan mit seinem restlos überforderten Kontrahenten kurzen Prozess und sicherte sich so seinen vierten Titel bei Europameisterschaften.

Ins Limit bis 70kg rückte der Ungar Iszmail Muszukajev auf, der sich im Rahmen der Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele das Abkochen auf seine angestammte 65kg-Klasse ersparte. Zum Turniereinstand traf Muszukajev auf den Kosovaren Egzon Xhoni, den er abgeklärt technisch überlegen mit 11:0 niederringen konnte. Auch im Viertelfinale ließ Muszukajev gegen den Schweizer Marc Dietsche nichts anbrennen. Nach einem verhaltenen Beginn in der ersten Runde beendete Muszukajev auch diesem Kampf im zweiten Kampfabschnitt wenige Sekunden vor Kampfende mit 10:0 vorzeitig. Im Halbfinale wartete mit dem Armenier Arman Andreasyan ein gänzlich anderes Kaliber auf den Ungarn. In seiner langen internationalen Karriere kann Andreasyan auf eine Vielzahl an Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften zurückblicken. Doch Muszukajev ließ sich davon nicht beirren und sicherte sich Wertung um Wertung, bis er sich mit 5:0 eine solide Führung erarbeitet hatte. Doch was dann folgte, war mehr als nur dramatisch. Beim letzten erfolgreichen Angriff zog sich Muszukajev eine Verletzung am Knie zu und wechselte augenblicklich von gesunder Hautfarbe auf aschfahl. Von da an war an einen normalen Kampf nicht mehr zu denken: Muszukajev befand sich nur noch in der Defensive und konnte durch sein Handicap nur noch bedingt Widerstand leisten. Vier Sekunden vor Kampfende folgte dann das Unvermeidliche: nach einem erfolgreichen Schwungriff seines Gegners wandelte sich Muszukajevs 5:4 Führung in einen 5:8 Rückstand, sodass seine Hoffnung auf den diesjährigen Europameistertitel jäh zerplatzte. Doch im kleinen Finale um Platz drei, das einen Tag später ausgetragen wurde, war Muszukajev weitestgehend wieder einsatzfähig, wenngleich er in den Kampf gegen den Franzosen Seyfulla Itaev mit auffallender Ruhe und Vorsicht zu Werke ging. Mit einem souveränen und am Ende ungefährdeten 2:1 konnte sich Muszukajev doch noch über die schmerzhaft erarbeitete Bronzemedaille freuen.

Im Schwergewicht war man auf Burghauser Seite auf den ersten EM-Auftritt des Bulgaren Alen Khubulov gespannt. Zum Turnierauftakt ließ Khubulov dem Moldawier Gheorge Erhan keine Chance und zwang diesen mit 10:1 in die Knie. Doch im Viertelfinale fand der im georgischen Altmeister Geno Petriashvili seinen Meister: wenngleich der Bulgare den Kampf lange offen gestalten konnte, machten sich die 10kg Gewichtsnachteil immer mehr bemerkbar, je länger der Kampf dauerte, sodass er die 4:10 Niederlage nicht mehr abwenden konnte. Da Petriashvili ins Finale einzog, war für Khubulov der Weg über die Hoffnungsrunde frei. Mit einem ungefährdeten 10:0 Sieg gegen den Österreicher Johannes Ludescher machte Khubulov den Einzug ins kleine Finale fix. Dort ließ sich der Bulgare die Chance auf die Bronzemedaille nicht mehr nehmen: mit einem abgeklärten 3:0 Sieg setzte sich Khubulov gegen den Weißrussen Dzianis Khramiankou durch und sicherte sich bei seinem EM-Debut gleich sein erstes Edelmetall.

Für den Franzosen Zelimkhan Khadjiev, der im Limit bis 74kg antrat, endete das Turnier hingegen gleich mit seinem ersten Turnierkampf: Khadjiev musste sich dem Aserbaidschaner Turan Bayramov überraschend klar mit 1:11 geschlagen geben. Wesentlich besser machte es der spanische SVW Neuzugang Mohammad Mottaghinia, der bei seinen Auftritten das anwesende Publikum mit seiner impulsiven Ringweise zu überzeugen wusste. Mit einem klaren 7:0 Sieg gegen den Ukrainer Vadym Kurylenko gelang Mottaghinia ein ungefährdeter Sieg zum Turnierauftakt. Im  Achtelfinale wartete auf den Neu-Wackerianer der Nord-Mazedonier Rasul Shapiev, an dem sich in der letztjährigen Bundesliga-Saison selbst Weltmeister Iszmail Muszukajev zweimal die Zähne ausbiss. Mit einem sagenhaften 12:2 Sieg räumte der Spanier in beeindruckender Manier seinen Gegner aus dem Weg und zog ins Viertelfinale ein, im dem er dem späteren Europameister Taimuraz Salkazanov mit 1:4 unterlag. In der Hoffnungsrunde machte Mottaghinia mit dem Armenier Hayk Papikyan dank eines vorzeitigen 10:0 Siegs kurzen Prozess. Im Kampf um die Bronzemedaille traf Mohammad Mottaghinia dann auf eben den Aserbaidschaner Turan Bayramov, der zuvor Zelimkhan Khadjiev eliminiert hatte. Trotz aktiverer Ringweise wurde der Spanier am Ende zweimal von seinem Kontrahenten ausgekontert, sodass er mit 0:4 unterlag und damit am erhofften Edelmetall denkbar knapp vorbeischrammte. Trotz der Niederlage überwogen bei Mohammad Mottaghinia am Ende die positiven Eindrücke bei seiner ersten EM-Teilnahme.

Wenngleich es für Erik Thiele nicht zur erhofften Medaille reichte, war sein Turnierauftritt durchwegs positiv zu beurteilen. Vor allem sein Auftaktsieg gegen den Mazedonier Magomedgadji Nurov, bei dem er einen 0:3 Rückstand noch mit einem beeindruckenden Wurf zu einem 4:3 Sieg drehen konnte, war aller Ehren wert. Im Viertelfinale ließ Thiele dem Ukrainer Illia Archaia keine Chance – mit einem souveränen 7:0 Sieg zog der Burghauser Halbschwergewichtler ins Viertelfinale ein. Dort wartete mit dem Türken Ibrahim Cifti der spätere Bronzemedaillengewinner auf Thiele. Damit kam es zur Neuauflage des Duells der beiden Sportler, die bereits bei den Weltmeisterschaften aufeinandergetroffen waren –damals hatte der Türke das bessere Ende für sich. Und auch dieses Mal konnte Thiele sich nicht für seine damalige Niederlage revanchieren: Nach einem Kampf auf Augenhöhe musste sich Thiele am Ende unglücklich mit 2:4 nach Punkten geschlagen geben. Im Gesamtklassement belegte er damit Platz sieben.

Kein Edelmetall gab es für Vladimir Egorov, der in der 61kg-Klasse antrat. Nach einer 4:8 Auftaktniederlage gegen den späteren Bronzemedaillisten - den Aserbaidschaner Nuraddin Novruzov - war sein Auftritt bei den Europameisterschaften nur von kurzer Dauer. Akhmed Magamaev, der im Limit bis 92kg auf die Matte ging, konnte in der Qualifikationsrunde den deutschen Vertreter Joshua Morodion mit 6:3 aus dem Turnier werfen. Doch im Viertelfinale wartete trotz starker kämpferischer Leistung nach einer absolut vermeidbaren 4:7 Punkt-Niederlage gegen den Georgier Miriani Maisuradze das Aus für den Bulgaren.



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